Tanja
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Mama
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Mein 1 . Kochversuch.

Ich war so gerade mal etwas über ein Jahr alt, konnte schon laufen und auch aus meinem Bett selbst aufstehen.
Einen Sonntagmorgen, Mama und Papa haben noch selig geschlummert, ging ich auf Entdeckungsreise. Die Küche war mein Ziel. Dort überlegte ich mir, dass ich ja unser Frühstück vorbereiten konnte, alsoVorratsschrank auf und ausgeräumt…….
Ich habe, weil ich ja noch nicht lesen konnte, alle Tüten aufgerissen und den Inhalt getestet indem ich alles auf den Fussboden kippte……......oh das sah „lecker“ aus……..Mehl, Zucker, Nudeln, Reis usw und damit es so richtig vermischt wurde, „rührte“ ich mit den Füssen um.
Als ich fertig war, wollte ich meine Eltern überraschen……..also taps, taps ins Schlafzimmer…….zu Mama und sie wachgerüttelt…….
Erst blinzelte sie ein wenig, schloss wieder die Augen um im nächsten Augenblick wie angeschossen die Augen aufzureißen und einen eigenartigen Schrei von sich zu geben……. Ich war überall mit Mehl gepudert und meine Laufspur war auch auf dem Teppich sichtbar…….

Mama durfte putzen, das war die große Überraschung für sie…………
Seitdem war ein Türgitter zur Küche.

MARCEL und ICH

Zusammen mit meinem ersten Freund, ich war 3 Jahre alt, habe ich viel Blödsinn gemacht.
Marcel und ich waren ein perfektes Team..wir spielten fast jeden Tag zusammen.
Eines Tages war es uns beiden im Garten langweilig geworden
und wir wollten mal was anderes erleben. Also ging es dann Hand in Hand los in Richtung Dorfteich.
Dort wollten wir „Enten jagen“.

Wir mussten ein ganzes Stück laufen und dabei auch zwei Straßen überqueren, doch alles ging gut.Währenddessen wurden wir allerdings schon zu Hause vermisst und es wurde eine große Suchaktion gestartet.
Tja, und dann standen plötzlich der Vater von Marcel und meine Mama vor uns.

 Marcel kriegte einen Klaps und ich von Mama „das Wort zum Sonntag“.

Ab da durften wir nur noch unter „Aufsicht“ zusammen spielen. Es war trotzdem immer eine schöne Zeit in der ich zusammen mit Marcel viele Abenteuer erlebt habe und an die ich mich ab und zu gerne erinnere.

Meine Kindergartenzeit.

Mit 3 Jahren kam ich in den Kindergarten. Es war ein ganz neuer und ich gehörte zu den ersten Kindern die ihn besuchten. Eigentlich wollte ich viel lieber bei Mama zuhause bleiben und ich habe im Kiga furchtbar geweint, wenn sie wegging.
Doch Hella, meine Erzieherin, hat mich schnell getröstet und nach zwei Wochen ging ich gerne in den Kindergarten. Ich lernte viel in den drei Kindergartenjahren und erlebte viele aufregende Dinge. Wir feierten schöne Feste und es war einfach eine tolle Zeit.
An meinem letzten Kindergartentag wurde ich von meinen beiden Erzieherinnen "rausgeschmissen"
.

Einen ganz lieben Gruß an den Michaelis Kindergarten und Danke für drei wundervolle Jahre.

c/o Saskia 2006

Nun war ich ein Schulkind.

Aufregend war die Einschulung für uns alle, doch ich denk mal Mama war am meisten aufgeregt, denn schließlich wurde ich nun noch ein Stück selbstständiger und nabelte mich von Mama ab.
Weil Mama dieses "Abnabeln" schwer fiel, ging sie wieder stundenweise arbeiten
.

So gingen die ersten Schulwochen ins Land, bis meiner Lehrerin auffiel, dass ich nicht von der Tafel abschreiben konnte und auch sonst mir einige Dinge schwer fielen.
Sie sprach mit meiner Mama darüber, die wiederrum mit meiner Kinderärztin.
Nun fingen endlose Untersuchungen an........ Der Augenarzt, bei dem ich seit meinem 1. Lebensjahr in halbjährlicher Behandlung war, schrieb eine Überweisung zur Augenklinik, dann bekam ich noch einen Termin bei ZEUS, dort wurde getestet ob ich mich altersgerecht entwickelt habe. Die Untersuchung in der Augenklinik war für meine Eltern der Hammer, denn dort wurde festgestellt, dass ich langsam erblinde.
Unser Augenarzt überwies uns nun an eine Uni-Klinik, doch auch hier wurde nach unzähligen, schmerzhaften Untersuchungen die Diagnose des Erblindens bestätigt.......
Meine Kinderärztin wollte nun ganz sicher gehen und schrieb eine stationäre Einweisung für unser hiesiges Krankenhaus zum totalen Durchcheck.....
Wie es der Zufall so wollte, mussten meine beiden Cousins zu der gleichen Zeit in die Klinik und wir lagen alle drei in einem Zimmer.
Das hatten die Schwestern und Ärzte auch noch nie und es gab so manche Aufregung und Verwechselung.
Meine Untersuchungen ergaben nichts Neues und nun mussten wir uns mit dem Erblinden vertraut machen. Mama war mit ihren Nerven am Ende und unsere Kinderärztin setzte alles dran, dass wir beide schnellstens eine Kur bekamen.
Innerhalb von 14 Tagen klappte es dann. Wir hatten einen Platz bekommen und fuhren nach Braunlage/ Harz zur Mutter/Kind- Kur. ...... Die Kur war im Großen und Ganzen sehr schön, ich hatte viele Freunde dort und wir haben viel unternommen. Mama konnte sich allen Kummer von der Seele reden und dachte bald wieder positiv über die Zukunft.

Ich wurde dann im August 1996 in die Sehbehinderten-Schule Hannover eingeschult.

Dort traten dann Begleitsymtome auf, die mit der "normalen Erblindung" nichts zu tun hatten und meiner Klassenlehrerin, die vorher schon ein NCL-Kind in der Klasse hatte, auffielen. Sie bat meine Eltern Kontakt mit der UKE-Hamburg aufzunehmen. Dort waren wir dann am 05.12.1996 zur Untersuchung.

Im Februar 1997 bekamen wir dann die Diagnose......und nichts war mehr wie vorher...... Ich gehörte nun zu den wenigen NCL-Kindern in Deutschland.